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 Friedhof

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BeitragThema: Friedhof   Do Sep 11, 2014 6:28 pm

Am Rand von Trost, Klein und Überfüllt, liegt der Friedhof unter einpaar alten Bäumen.
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BeitragThema: Re: Friedhof   Do Sep 11, 2014 6:44 pm

[ call me a sinner ]


Rago ging mit langen, langsamen Schritten über den sandigen Boden. Wie als würde er Scheuklappen tragen, weigerte er sich einen Blick auf die anderen Gräber zu werfen. Zu viele Tote, zu viele Leichen und viel zu viele Gräber ohne Namen. In wie vielen dieser Erdlöcher lagen wohl nur Arme und Beine. In wie vielen fehlte der Kopf? Selten hatte es einen offenen Sarg gegeben. Wie viele dieser Gräber bestanden wohl nur aus einem Abzeichen das der Corpral mitgebracht hatte. Wie zum beispiel beim Grab von Petra Ral. Er seufzte Leise und bog an einer der Ecken ab. Er schritt unter einem Baum entlang, durch den der Wind langsam wehte und einige Blätter löste. Rago blieb stehen und streckte seine Hand nach einem der davonwehenden Blätter aus. Hätte er Blumen mitbringen sollen? Er betrachtete das Blatt, es hatte einige Löcher von Raupen und er fragte sich warum ausgerechnet ein Friedhof so Ruhig und Befreit von allem Terror war. Grade hier sollte die Stimmung am schlimmsten sein und doch stand er nun da und starrte Geistesabwesend ein einzelnes Blatt an und stellte sich Sinnlose fragen. Er lies das Blatt fallen und sah dabei zu wie es auf den Boden sank, bevor er über sich selbst den Kopf schüttelte und weiter ging, auf das Blatt trat über das er eben noch Philosophiert hatte, und es unter der Sohle seines Schuhs zerriss.

Der Friedhof war Klein und das bei der Fülle an Leichen die es hier eigentlich gab. Wobei viele, die auf dem Land wohnten, die Bauern zu, beispiel, ihre Toten einfach auf ihrem eigenen Hof begruben. Zum Großteil war das hier eigentlich der Ort, an dem man die toten Soldaten begrub. Namenlose, solche dessen Namen man kannte. Freunde. Leute mit denen man vielleicht vor einpaar Tagen noch gesprochen hat. Für viele war das ein bedrückendes Gefühl, aber Rago genoss das Schweigen der toten. Sie meckerten nicht über seine schlechte Laune und wenn sie es tun würden, würde Rago sich wohl von der Mauer stürzen. Das letzte was er wollte war Geistig Unzurechnungsfähig werden. Und sprechende Leichen ... nun, dann würde er seinem Verstand keine 2 Meter weit mehr trauen.

Er nahm eine weitere Biegung und blieb dann, einige Schritte Später stehen. Vor dem Grab eines Mannes, von dem Rago nur allzu gut wusste, das nur das Abzeichen unter seinen Füßen in er Erde lag. Er selbst hatte es von seiner Uniform abgetrennt. Er selbst hatte es Levi übergeben. Aus einer Laune heraus hatte er heute das Hauptquartier verlassen und war hierher gekommen. Aus einer Laune, und aus einem ewig währenden biss in seinem Gewissen. Denn der Grund das dieser Mann sein Ende gefunden hatte, besuchte grade sein Grab. Rago senkte den Blick und schloss andächtig die Augen. Er hatte ihn getötet. Er wusste, er sollte es mehr bereuen, doch er tat es nicht. Er würde es wieder tun. Vor seinen verschlossenen Augen sah er die traurigen und hassenden Blicke die man ihm schenkte, als er auf der Beerdigung war. Doch für Rago waren diese Blicke nicht viel mehr als ein Pfeil auf ein zu großes Schild gewesen. Er hatte sie gespürt und er wusste, sie waren Scharf und hätten ihn verletzten können, doch sie prallten an der Wand aus Rationalität ab die er um sich gezogen hatte. Er hätte ihn nicht retten können. Er hatte keine andere Wahl gehabt. Also ist es okay so wie es jetzt ist. Er hatte ihn getötet. Aber das hieß nicht, das er ihn nicht respektieren würde.

Und im stillen tat er das unrationalste was er hätte tun können, denn er wusste das dieser Mann Gläubig gewesen war. Er Betete für dessen Seele.
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BeitragThema: Re: Friedhof   Do Sep 11, 2014 8:25 pm

Die letzten Tage waren an Aiden nur so vorbei gezogen. Das Festival war wirklich eine nette Abwechslung gewesen, doch schon einige Tage später, vor 3 um genau zu sein, holte ihn der triste, grausame Alltag wieder ein. Er hatte vor drei Tagen erfahren, dass Moni, die alte Dame die ihn quasi gerettet hat, verstorben war und nun hier beerdigt wurde.  Er wollte nun, nach einer ganzen Weile, auch ihr Grab besuchen, da er es nicht geschafft hatte, auf ihre Beerdigung zu gehen. Er mochte Moni wirklich gern und war tief erschüttert, als ihn die Nachricht erreicht hatte. Sie war für ihn immer eine Art Lieblings Tante gewesen, auch wenn sie eigentlich gar nicht zur Familie gehörte. Sie war eben immer freundlich gewesen und hatte ihm ein zu Hause gegeben.

Mit einer kalten Miene suchte er die Stelle an der man die alte Dame beerdigt hatte. Heute war ihm einfach nicht mehr nach lächeln zu mute und schon seit einigen Tagen war er eher betrübt gewesen, was durchaus selten vorkam. Aber nun musste sie wenigstens nicht mehr unter der Angst leiden gefressen zu werden. Auch wenn Aiden nicht wirklich gläubig war, so hoffte er doch, dass die alte Dame nun an einem besseren Ort war.

Er schleppte sich regelrecht den Weg zwischen den vielen Gräbern entlang. Er musste sich förmlich überwinden hier her zu kommen. Friedhöfe waren nicht unbedingt Orte an denen er gerne war, besonders nicht, wenn er das Grab von einem Familienmitglied besuchen musste. Zwar gab es hier auch genug Soldaten, die er gekannt hat, aber diesmal war es doch anders. Seine sonst so frohe Natur war ihm gar nicht mehr anzusehen. Auch wenn es hier eine gewisse Ruhe gab, Aiden fand sie einfach nur bedrückend. Deshalb war er auch nicht zur Beerdigung gegangen, auch wenn er dafür ein schlechtes Gewissen hatte, das ihn bereits seit einem ganzen Tag quälte. Wahrscheinlich war das auch der Grund warum er nun doch hier war.

Er bog an einer Abzweigung ab und ließ vor Schreck fast die Blumen fallen, die er in der Hand hatte. Auch wenn die Person einige Meter entfernt stand, so hatte er sich doch erschreckt. Er war wohl wieder zu tief in seinen Gedanken versunken. Fragend legte er den Kopf schief. Ist das nicht Rago? Bei genauerem hinsehen stellte Aiden fest, dass es wirklich Rago war. Auch er stand vor einem Grab. Für einen Moment überlegte er, ob er einfach kehrt machen und später noch einmal wiederkommen sollte. Schließlich wollte er nicht unhöflich sein und stören, aber ihn beschlich das Gefühl, dass er sicher nicht noch mal herkommen würde, jeden Falls nicht heute, oder die nächsten Tage. Mit einem leisen Seufzen setzte er seinen Weg in Ragos Richtung fort und begrüßte diesen mit einem leisen Hallo.  Dabei bemühte er zwar wieder eine fröhliche Miene aufzusetzen und auch etwas heiterer zu klingen. Allerdings gelang ihm das nicht wirklich.
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BeitragThema: Re: Friedhof   Do Sep 11, 2014 8:42 pm

[ call me a saint ]


Die leise, bedrückte Stimme riss Rago aus seinem stillen Gebet. Er war so Konzentriert gewesen, er hatte sie Schritte nicht gehört. Er grüßte ebenso leise zurück und sah auch nicht auf. Zumindest im ersten Moment nicht. Es brauchte einen Moment bis er die Stimme zuordnen konnte. Und dann sah er auf. Sah dem anderen ins Gesicht und hätte beinahe, aber nur beinahe einen Schrecken bekommen. "Aiden?" fragte er, und man konnte deutlich die aufkommende Verwirrung hören. Natürlich hatte Rago die letzten tage bemerkt das Aidens Laune nicht besonders gut war. Und das löste in ihm schon ein gewisses Unwohlsein aus. Doch unter den anderen Soldaten hatte er sich zumindest immer noch einigermaßen Normal geben können. Doch nun wirkte er tatsächlich bedrückt, kühl und traurig. Dieses falsche Lächeln, diese gespielte und gescheiterte Heiterkeit... das war so dermaßen bedrückend das Rago erstmal schlucken musste.

Er betrachtete ihn von oben bis unten und ihm fielen die Blumen ins Auge die er dabei hatte. Wollte er einen gefallenen Freund besuchen? Nein, eher nicht, das würde er nicht so reagieren. Er würde wohl traurig sein, aber nicht so niedergeschlagen wie er es jetzt war. Es musste jemand gewesen sein, der eine große Rolle in seinem Leben gespielt hatte. Rago sollte etwas sagen, etwas aufmunterndes. Aber das war üblicherweise Aidens Job. Aiden war stehts der, der alle aufbaute. Rago wurde erst jetzt bei genauerem Hinsehen bewusst, wie anstregend das sein musste. Wenn alle sich auf einen verließen und man selbst niemanden hatte, der einen zum Lachen brachte wenn man hätte heulen können. und so wuchs eine unangenehm bedrückende Unsicherheit in Rago, denn er musst zu seinem Leidwesen feststellen das es ihm ganz und gar nicht passt Aiden so zu sehen. Er war sein Lächeln gewohnt und er hatte dieses Lächeln über die letzten 3 Jahre wirklich lieb gewonnen. Hatte er sich am Anfang auch den Vorsatz gemacht, Aiden niemals einen Freund zu nennen, konnte er inzwischen nicht mehr abstreiten das er den anderen Mann viel zu gern mochte. Für seine Verhältnisse zumindest. Und für seine Verhältnisse war Freundschaft schon um längen zu viel. Solche Dinge, wie, nach einem Ausritt, nach Aiden ausschau zu halten und erst Erleichterung zu verspüren wenn er ihn in der Masse gefunden hat. Rago seufzte und drehte sich von dem Grab weg an dem er stand, so das er Aiden richtig betrachten konnte. Sein Blick war eigentlich wie immer, vielleicht war seine allgemeine Miene ein bisschen bedrückter als sonst, wobei das schwer zwischen der immer vorhandenen Müdigkeit und genervtheit zu sehen war. Doch Rago bemühte sich ein klein wenig von der Heiterkeit die Aiden ihm über die letzten drei Jahre entgegengebracht hatte, zurückzugeben. Sein Ausdruck wurde ein wenig sanfter. Andere hätten das noch immer als ernst und kalt gesehen, aber er konnte erahnen das Aiden ihn besser kannte. "Was machst du hier?"
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BeitragThema: Re: Friedhof   So Sep 14, 2014 8:45 pm

Zuerst wollte er weitergehen, da er dachte, dass Rago ihn bemerkt hatte, aber nur wenige Augenblicke später sah er auf und wirkte leicht erschreckt. Aiden legte den Kopf leicht schief. Man konnte die Verwirrung aus seinen Worten deutlich hören. Es war wahrscheinlich der Unterschied zu seinem sonst so heiteren Wesen, die ihn so reagieren ließ. Damit schien er jeden vergraulen zu können, wenn auch unabsichtlich. Das mit dem fröhlich wirken hatte wohl auch nicht so funktioniert, deshalb machte er sich auch keine Mühe mehr, diese Fassade aufrechtzuerhalten und das Lächeln verschwand Komplet von seinem Gesicht. Für einen Moment sah er Rago fragend an und warf einen kurzen Blick auf den Grabstein, las aber nicht wirklich den Namen der darauf stand.

Schließlich kam dann auch die Frage, vor der er sich eigentlich drücken wollte, aber er konnte ja schlecht nichts sagen, immerhin war Rago für ihn ein guter Freund, wenn nicht sogar mehr. Er verzog leicht das Gesicht. Dennoch musste er eine Weile überlegen, bevor er dann letztendlich etwas zögerlich anfing zu sprechen. Ich wollte nur…    er hob die Blumen leicht an, ließ den Arm aber gleicht wieder zurück fallen. Meine Tante besuchen. Sie ist vor ein paar Tagen gestorben. Schließlich habe ich fast 5 Jahre bei ihr gelebt  Er zuckte leicht mit den Schultern. Eigentlich redete er nur ungern darüber, aber er wollte auch nicht Lügen. Darin war er sowieso ziemlich schlecht.

Und was hat dich hier her verschlagen? fragte Aiden dann. Wenn er Ragos Gesicht so betrachtete wirkte er anders als sonst. Seine Gesichtszüge waren weicher als sonst, was ihn gleich ganz anders wirken ließ. Fast schon fröhlicher. Für einen kurzen Moment fing auch er auch an leicht zu Lächeln. Das war wohl seine Art ihn etwas aufzumuntern? Doch nach wenigen Sekunden wurde sein Ausdruck wieder leer und sein Blich wanderte erneut zu dem Grabstein, von dem Rago sich nun abgewandt hatte. Er war ein ehemaliges Mitglied der Aufklärungslegion, wie auch so viele andere hier.

Doch nach ein paar Augenblicken wandte er seinen Blick wieder zu Rago. Er wollte nicht unhöflich sein. Außerdem wollte er nicht länger als nötig hier zeit verbringen. Er hasste diese Atmosphäre, sie war einfach nur belastend, bedrückend und zog ihn nur immer weiter runter. Zu sehen, wie viele von ihnen es schon erwischt hatte, es war fast schon lächerlich, dass sie so gut wie nichts gegen die Titanen tun konnten. Dazu kamen noch die Titanenwandler und auch zu diesen gab es so gut wie keine Informationen. Mit einem leisen seufzen schüttelte er den Kopf. Er war nun wirklich nicht die Person dafür, um sich jetzt darüber Gedanken zu machen.
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BeitragThema: Re: Friedhof   So Sep 14, 2014 10:34 pm

[ I'd stay if you want me to ]


Dieser ernste Blick. Dieses Fehlende Lächeln. Diese bedrückende Stimmung die von ihm Ausging. All das passte Rago nicht. Nicht das er sich davon vergraulen lassen würde, auf keinen Fall. Aber verdammt, das sah er üblicherweise wenn er in den Spiegel schaute. Und es passte nicht zu Aiden. Es stand ihm nicht. Auch wenn Rago natürlich von Anfang an bewusst gewesen war, dass Aiden nicht immer nur lächeln würde, merkte er jetzt wie wichtig ihm dieses Lächeln war, nun, wo es fehlte. Manchmal wünschte er sich Aiden aus seinem Freundeskreis, der übrigens nur aus Aiden bestand, streichen zu können. Die Tatsache das sich dieser Sonnenschein von einem Mensch in das Leben Ragos gedrängt hatte, der sonst im Angesicht der Sonne immer die Augen schloss, war etwas das Rago nicht ganz einordnen sollte. Manchmal störte es ihn. Manchmal genoss er es. Manchmal wusste er nicht wohin mit seinen Gedanken. Rago seufzte leise. Denn grade sagte ihm sein Kopf, der sonst so Rational dachte, er sollte bei ihm bleiben und ihn in einer solche Situation nicht allein lassen, und sein Herz das sonst gepflegt den rand hielt, dankte.

Rago merkte wie Zögerlich Aiden war, er beobachtete wie er seinen Arm hob doch ihn schnell wieder fallen lies und er fragte sich wer in Ragos Brust wohl ein solches Loch gerissen hatte, das ihm selbst das schwer zu fallen schien. Das letzte mal das Rago selbst das Denken schwer gefallen war, weil der Schmerz zu groß gewesen ist, das war als seine ... seine kleine Rita umgekommen war. Es hatte ihm die klare Sicht verschwommen und seinen Kopf dazu gebracht jeden klaren Gedanken zu verwerfen. Er hatte Wut und Trauer und Hass und Leid in großen Wellen gegen seine Schädeldecke schlagen fühlen, als wäre er inmitten eines Unwetters gewesen. Und es war, was am Ende den Teil vom Hirn stillgelegt hatte, der für die Emotionen verantwortlich war. Seit Rita tot hatte er nur selten Wut gefühlt und noch seltener wahre Trauer. Wobei er zugeben musste das er jetzt grade ein gewisses stechen in der Brust fühlen konnte. Familie. Natürlich. Aiden musste auch Familie haben. Und Familie war zerbrechlich.

Wie er am Ende vermutete war es ein Mitglied seiner Familie das er verloren hatte. Seine Tante. Sie hatte ihn beherbergt und sich  um ihn gekümmert. Einen solchen Menschen zu verlieren ist schrecklich. Ausnahmsweise etwas das Rago kannte. Und auch wenn er diesen betäubenden Schmerz Krampfhaft zu vergessen versuchte, konnte er mit Aiden mitfühlen. Zumindest ein wenig. Sagen wir, so gut wie ein Mensch wie Rago nun mal mitfühlen konnte. Und da war die Unsicherheit erneut, kam um die Ecke und hob seinen Hut zum Gruß, als Rago darüber nachdachte was er in einer solche Situation am besten tun sollte. Vielleicht sollte er erstmal auf Aidens Frage antworten, denn Rago ging es deutlich besser als Aiden und dann könnte er sich eher um Aiden kümmern. Also. Wen genau hatte Rago besucht.

"Erinnerst du dich ... an Mark? Ich tötete ihn auf der 56ten Mission... ich denke du kennst die Geschichte. Nun. Ich besuche ihn." Was für eine Galante Erklärung. Das klang auch fast kein Stückchen Komisch oder Krank. Aber was sollte Aiden auch anderes von Rago erwarten. Diese direkte Art war normal, also warum irgendwelche schönen Umschreibungen machen. Das wäre Heuchelei. Und Rago war vieles. Ein Arschloch. Arrogant. Aber er war gewiss kein Heuchler. Doch passend zu diesem Thema erinnerte er sich da an etwas. Denn erinnerte sich daran, was Aiden damals tat, um ihn aufzumuntern, des Ragos Laune war nach diesem Mord nicht besonders gut. Aiden hatte ihm damals die Hand auf die Schulter gelegt und versucht gut auf ihn einzureden. Das mit dem gut zureden würde Rago vermutlich nicht schaffen, aber vielleicht würde Aiden diese einfache geste der Freundschaft ebenso gut tun wie sie Rago gut getan hatte. Und so machte er einen Schritt auf Aiden zu und hob seine Hand. Ein wenig unsicher, weil er Berührungen gänzlich ablehnte, und sacht, weil er nicht sicher war ob das eine gute Idee war, legte er seine Rechte Hand auf Aidens linke Schulter.

Und dann fühlte er sich Dumm. Eine so billige Geste würde nicht reichen um ihn aufzuheitern. Und er könnte sich selbst verfluchen, dafür so etwas dummes versucht zu haben. Da war zwar dieses kleine Lächeln, aber das war so rasch wieder verschwunden, das Rago dachte er habe es sich vielleicht eingebildet. Außerdem war das vor diesem Schultertätscheln gewesen, also hatte es nicht mit diesem kläglichen Versuch nett zu sein, zu tun. Dennoch. Nun hatte er angefangen. Nun musste er auch irgendwas sagen. Irgendwas machen. "Mein Beileid." Es war erneut das Billigste was er hätte sagen können und dennoch etwas, das Rago nicht gewohnt war auszusprechen. Also irgendwo etwas Besonderes. Zumindest aus seinem Mund. Und doch war das nichts das in irgendeiner Form hilfreich sein könnte. "Würdest du... Gesellschaft wollen? Dann würde ich dich begleiten."

Üblicherweise war Aiden ein Mensch der bei einem war wenn es einem schlecht ging. Und auch wenn Rago kein Geselliger, Netter Mensch war, so tat diese art von beisammen sein meistens gut. Selbst Rago tat es gut. Rago war gern mal allein, aber kein Freund von Einsamkeit. Und Aiden ... tat viel für ihn. Und er war ebenfalls kein Mensch der gern allein war. Also würde er ihn begleiten. Wenn Aiden das wollte...
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BeitragThema: Re: Friedhof   Do Okt 30, 2014 12:26 am

Auch wenn er sich bemüht hatte einen einigermaßen normalen Eindruck zu machen, so musste er doch zugeben, dass er dabei kläglich gescheitert war. Nun ja, ihm war wirklich nicht nach Fröhlichkeit zumute. Wie auch? Dieser Ort war einfach schrecklich. Er hatte seine Gründe, warum er niemals herkam.  Mit einem leisen Seufzen kehrte wieder die kühle Miene auf sein Gesicht zurück und er schweifte gedanklich schon wieder zu anderen Dingen ab, wie zum Beispiel, dass er jetzt im Hauptquartier sein könnte, wo es wesentlich angenehmer war als hier. Aber das konnte er ihr auch nicht antun. Vielleicht sollte ich mich einfach zusammenreißen … dachte er bei sich und schüttelte, erneut, kaum merklich den Kopf. Sein Blick wanderte zu Boden.

Schließlich riss ihn die Antwort seitens Rago aus seinen Gedanken und er schaute nun wieder den Soldaten an. Ja er kannte die Geschichte von Mark und er war sich nicht sicher, was er davon halten sollte, das stimmte wohl, aber er konnte sich dennoch nicht vorstellen, dass Rago grundlos Soldaten tötete. Bestimmt hatte er seine Gründe gehabt, in diesem Punkt war er sich sicher. Welche das jetzt genau waren spielte für ihn keine Rolle, denn Rago war immerhin schlau genug die Situation richtig einzuschätzen. „Du solltest dir deswegen nicht so viele Gedanken machen“ meinte er dann mit einem leisen Seufzen und einem schwachen Lächeln auf den Lippen. Egal wie sehr er selbst grade unter dem Verlust litt, er konnte es einfach nicht leiden, wenn er so redete. Die Tatsache, dass er hier war, war Beweis genug dafür, dass er sich Vorwürfe machte. Andernfalls wäre er sicherlich nicht hier.

Was er als nächstes tat überraschte ihn ein wenig. Rago der sonst so abweisend und kühl auf andere Menschen wirkte und Körperkontakt so gut es ging vermied,  legte ihm eine Hand auf die Schulter.  Für Rago musste das furchtbar dumm sein, dafür kannte er ihn schon gut genug, aber für ihn war es die Aufmunterung die er gebraucht hatte. Auch seine Worte bedeuteten dem Soldaten sehr viel. Zwar hatte er einige bekannte im Hauptquartier, aber keine richtigen Freunde. Auch das Angebot machte ihn innerlich glücklich und ließ ihn die Trauer ein wenig vergessen. „Ja … Ja das wäre nett.“ Antwortete er schließlich nicht mehr ganz so kalt. Mit etwas Gesellschaft würde es ihm sicher leichter fallen diese erdrückende Stimmung zu ertragen. Aiden war Rago sehr dankbar, dass er ihn begleiten würde. Auch seine Miene heiterte sich ein wenig auf, sodass er wieder etwas lebendiger erschien.
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BeitragThema: Re: Friedhof   Do Nov 06, 2014 8:43 pm

[ glad i could help ]


Er konnte es sich nicht erklären, konnte nicht verstehen warum, doch dieser Trübsal der wie eine Wolke über Aiden schwebte, machte Rago zu schaffen. Und irgendwie passte es ihm auch nicht. Er erinnerte sich an den ersten Tag, daran was er über Aiden gedacht hatte und wie genervt er war. Und das es für ihn auch nicht viel gab, das ihn mehr nervte als Aidens aufdringliche Art und weise. Wann hatte Rago nur aufgehört ihn nervig zu finden? Wann hatte er angefangen ihn zu mögen? Ja verdammt, wann hatte er angefangen nachts vor dem Einschlafen an ihn zu denken? Seit wann drehten sich seine Gedanken morgens, wenn er aufwachte eigentlich um Aiden?
Und warum fiel ihm das jetzt erst so richtig auf? Rago wollte tief seufzten. Es war nicht so als wäre ihm die Theorie der Liebe nicht gängig. Auf die Praxis allerdings, wollte er liebend gern verzichten. Außerdem wäre das mehr als Abwegig. Ja, gar Unlogisch. Und Unlogisch war nun mal etwas, das Rago nicht akzeptieren konnte.
Oder wollte.

Jetzt wo Mark zur Sprache kam, erinnerte sich Rago lebhaft an den Abend als sie von der Mission zurück kehrten. Man hatte ihn gemieden, Tagelang, und Rago hatte sie gemieden. Sie alle, sogar Aiden, der bekanntermaßen der einzige war, der es einigermaßen schaffte, zu Rago durchzudringen. Und an diesem Abend, Müde und noch immer leicht verschwitzt, saß er allein auf dem Zimmer das er sich mit einigen anderen Teilte, mit einer Tasse voll dampfendem Tee. Und er hatte stumm an die Wand gestarrt, während sein Tee langsam Abkühlte und die Seiten seines Buches, das er aufgeklappt und dann beiseite gelegt hatte, Eselsohren bekamen. Er hätte gern geweint. Tränen von Mitleid und Frust und von Reue. Doch hatte er nur diesen Stummen, Starren Blick und die Leise bitte, dass, wer auch immer ihm zusah, diese Tat verziehen möge. Er wusste das Mark an eine höhere macht geglaubt hatte und es war Rago stets egal gewesen. Doch nun, zumindest für den Moment, glaubte er das selbe, denn er hoffte für den Soldaten, das er dort angekommen war, wo auch immer das sein mochte. Es war abwegig und Dumm, aber es war etwas, das Rago beruhigte.
Und trotzdem konnte er diesen Frust in seiner Magengrube fühlen, schwer wie Stein und bei jedem Atemzug scharf wie seine Schwerter. Und mit einem mal sprang er von seinem Stuhl, er schwang seine Hand über den Tisch, so heftig das die Teetasse an die nächste Wand flog und dort zerschellte, und dann lies er einen Lauten, Frustrierten und Wütenden schrei hören. Es waren nur wenige Sekunden. Aber es waren die Sekunden, die er seinen Emotionen lauf lies.
Er betete bis heute das niemand das gehört hatte.

Rago blickte Aiden an, die Hand lag noch immer auf seiner Schulter. „Ich weiß das ich das nicht sollte.“ murmelte er. Schwerfällig löste Rago seine Hand von der Schulter seines Gegenübers und ließ sie wieder neben sich fallen. Er kam sich noch immer ein bisschen Dumm vor, das er versucht hatte ihn aufzumuntern denn es war nun wirklich nicht seine stärke. Doch Aiden schien es zu helfen. Denn seine Antwort war etwas sanfter, seine Gesichtszüge wurden etwas wärmer. Er war überrascht doch gleichermaßen froh darüber, das er sich nützlich machen konnte. Rago machte einen schritt beiseite und Bedeutete Aiden das er vorgehen sollte.
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