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 World in a cage

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Gast


BeitragThema: World in a cage   Mi Mai 21, 2014 8:44 pm

Das war es, da war es - das Ende. Wozu hatte man sich ausbilden lassen? Wofür das ganze Training und die Mühe? Eigentlich hatte Saori doch nur versucht, ihr normales Leben zurückzuerlangen. Wie gerne hatte sie an diese unbeschwerte Zeit zurück gedacht, sich daran erinnert, dass dieses Mobbing doch eines der bekanntesten Probleme ab einem gewissen Alter war. Sie gab es nicht gerne zu aber sie wünschte sich diese Zeit zurück. Die Zeit, in der es nicht um solche Verluste ging. Dass das solch ein Ausmaß in kürzester Zeit annehmen würde, hätte sie wirklich nicht zu glauben gewagt. Sie hatte versucht - es sich schön zu reden, wäre nun falsch ausgedrückt - die positiven Aspekte fest vor Augen zu halten. An ihr Ziel zu denken. Die Gesellschaft sollte nicht in solch einer Angst lebe, nicht solche Verluste erleiden, die Liebsten die einem nahe standen, sollten so gut es ging beschützt werden. Nur deswegen hatte sie das Training erduldet. Nur deswegen hatte sie doch versucht stark zu werden. Dabei handelte sie noch nicht einmal egoistisch. Sie wollte nicht als eine Heldin aus der Masse hervor stoßen - gerade weil sie es doch eigentlich nicht mochte, wenn so viele Augenpaare auf sie gerichtet waren - aber sie wollte etwas erreichen! Wollte die Vergangenheit wieder aufleben lassen und sich in Situationen wiederfinden, die zum Leben dazu gehörten.
Das hier, gehörte eindeutig nicht zum Leben!

Zu sehen, wie die eigene Mutter vor den Augen verspeist wurde. Zu erleben, wie unfähig man doch trotz des Trainings war. Mit der Unfähigkeit bestraft zu sein, als man durch den Schmerz gelähmt war. Plötzlich verschwamm Saoris Sicht. Ihre Augen fühlten sich mit Tränen und selbst doch wiederholtes Blinzeln, ließen sie nicht nach, rangen stattdessen an ihren Wangen hinab und vereinten sich am Kinn. Ihre Fingerspitzen tasteten nach den Griffen ihrer Klingen, drückten sich wiederholend an das Leder und doch schaffte sie es nicht, diese aus den Scheiden zu ziehen. Sie schaffte es noch nicht einmal sich aufzurichten. Eigentlich wollte sie mit ihrer Mutter fliehen, hatte versucht den Titanen zu entkommen und ihre Mutter in Sicherheit zu bringen. Viel zu schnell war sie zum Scheitern verurteilt. Ihrer Mutter hatte sie es zu verdanken, dass sie noch lebte. Dem Titan hatte sie es zu verdanken, dass man ihr alles mit nur einem Atemzug entzog. Sie hätte sich rächen sollen! Ihren Schmerz betäuben sollen! Das Opfer sollte nicht umsonst gewesen sein! Ihre Mutter hätte es nicht gewollt...ihr Vater auch nicht.. Ihr Vater! Jener der die großen Töne spuckte, der für die Sicherheit der Familie sorgen wollte! Wo war er in solch einem Moment? Wo war er?! Er war nicht hier. Kämpfte nicht an der Seite seiner Familie und kam auch jetzt nicht zur Rettung, konnte es nicht vermeiden, dass man ihr die Mutter nahm.

Plötzlich wurde Saori von einem lauten Schluchzen eingeholt, während sie ihre Arme zu bewegen wagte und sich ihre Handflächen vor das Gesicht schlug. Selbst diese Bewegung schmerzte zunehmend, allein durch den Aufprall an der Hauswand auslösend. Die Tränen ließen sich nicht mehr aufhalten, genauso wenig wie das Zittern, welches durch ihren gesamten Körper jagte und ebenso wenig wie der Schmerz. Im nächsten Moment spürte sie nichts mehr unter sich. Man nahm ihr den Halt, zog sie vom Boden empor, als wäre sie ein Fliegengewicht. Erst als sie noch nicht einmal mehr die Kraft aufbringen konnte, ihre Hände vor ihrem Gesicht zu halten und sie schließlich müde baumelten, konnte sie nur langsam ihren Kopf ein wenig anheben.
Die Tränen ließen keinen klaren Blick zu, ließen diesen aufs neuste verschwimmen. Ihr Herz pochte viel zu schnell, schien ihre Ohren zu betäuben. Ihre Blick schien leer zu sein. Noch nicht einmal ein Funken von Angst war in ihrem Blick zu sehen. Was nicht an zu gut gemeinten Mut lag - der momentan noch nicht einmal vorhanden war - sondern eher an ihren Schmerz.

Ihr war bewusst, dass sie nicht aufgeben sollte. Dass ihre Mutter dies nicht gewollt hätte. Dass sie sich gerade deswegen 'geopfert' hatte. Was sollte ihr Vater sagen, wenn sie ihm noch einmal gegenüber stehen sollte? Was würde er von ihr denken, wenn sie nicht kämpfen würde und das Leben achtlos von sich stieß, welches man ihr doch geschenkt hatte? Ihre Fingerspitzen zuckten erneut leicht, als wenn ihre Hände sie zum Sieg führen wollten und sich noch lange nicht angefreundet hatten. Jedoch fehlte ihr die Kraft. Der Mut. Die Motivation. Die Überzeugung. Es war fort. Somit schloss sie ihre Augen und schien nur darauf zu warten, bis sie von etwas feuchtem und dunklem umschlossen wurde. In Gefangenschaft geriet, aus der es wirklich kein Entkommen galt.
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Gast


BeitragThema: Re: World in a cage   Mi Mai 21, 2014 9:31 pm

Es war geschehen.
Überall lag der Geruch von Metall, Tod und Feuer in der Luft. Schreiende Zivilisten, weinende Kinder und sterbende Soldaten erkannte man an jeder Ecke und mitten in ihren Reihen ein junger Mann mit silbernem Haar und Augen wie Eis. Er verzog keine Miene, nein schlimmer noch, er begann zu lächeln, während ihm seine Haare ins Gesicht fielen und ihm die Sicht für eine kurze Zeit nahmen, jedoch auch anderen den Blick auf seine Augen. "Alle Mann her hören. Gruppe 4 und 5 ihr helft der Vorhut, ausschwärmen" Der Hauptmann hatte gesprochen. Aleksej, der genannte Soldat blieb jedoch stehen. Seine Gruppe war es nicht die genannt worden war, ihm wurde eine andere Aufgabe zu Teil. "Gruppe 6, angeführt von Aleksej Burg, ihr beschützt die Zivilisten. Sucht nach verschütteten, schützt sie vor den Titanen und achtet darauf das so viele wie mögliche überleben. AUSSCHWÄRMEN!" Aleksej hatte die Worte noch nicht richtig zu Ende gehört als er auch schon seine rechte Klinge gen Himmel streckte und die Augen weit aufriss. "LETS ROCK!" Und schon schossen sie los. Das Gas blies sie in Richtung der Dächer über welche sie hinwegflogen, getragen von den Schwingen der Freiheit und erfüllt mit dem Mut der Generationen die für sie ihr Leben gegeben hatten.

Aleksej wusste kaum wie ihm geschah. Es hatte so lange gedauert. Jahre des Trainings um hier stehen zu dürfen, kämpfen zu dürfen, endlich Rache ausüben zu dürfen, Rache an all diesen Kreaturen. "Ich werde sie alle vernichten...diese Aufgabe überlasse ich nicht dir Eren...oder deiner Schwester Mikasa...nein....das mache ICH ganz alleine!" Beflügelt durch diesen Egoismus, der Jahrelang in dem Soldaten herangewachsen war, schoss er seinem Team voraus, welche versuchten mitzuhalten, was eigentlich kein Problem darstellte. Sie waren alle talentierte Soldaten, doch niemand war auf diese Situation vorbereitet. Die Mauer war erneut durchbrochen worden, wieder war der Koloss von einem Titanen aufgetaucht und wieder verschwunden. Es waren 5 Jahre vergangen seid diesem einen schicksalhaften Tag und nun war es endlich Zeit, dass die Menschheit den Gegenangriff startete, man musste endlich zeigen, das wir nicht nur Spielzeug und Fraß waren, Menschen waren stark, schnell. Überlegen! Es ging schnell. Eine Gruppe Titanen, ein Fehler. Als erstes wurde Roddy geschnappt. Mitten im Flug hatte ihn einer der Abnormalen in zwei gerissen mit seinen Zähnen, noch bevor jemand hatte reagieren können, auch Aleksej nicht. Es ging so weiter. Alina schlug mit dem Kopf gegen eine Wand nachdem sie von einem dieser Mistviecher weg geschleudert wurde, kurz darauf starb dieser durch die Klinge Aleksejs. "SCHEIßE!" schrie er nur laut hinaus in die Stadt, lockte damit wohl noch mehr an, als er gewollt hatte. Sein Team starb und er konnte nichts tun, der nächste, diesmal Maria, gefressen, in einem Happen war sie verschwunden noch bevor Alek bei ihr sein konnte. Er musste fliehen...nein niemals, er musste kämpfen. Das Adrenalin schoss ihm durch die Adern, als er einen Schrei hörte, eine durchdringen Schrei, Tod durchsetzte diesen. Da waren Leute ganz in der Nähe. Entweder kämpfte er...oder er tat seine Aufgabe....Entscheidungen...die Leben retten...oder vernichten würden..Entscheidungen...

Es waren nur Bruchteile von Sekunden, jedoch waren sie schleppend und machten das aus, was aus Aleksej werden würde, so viel stand fest, wenn es ihm auch nicht sicher war zur damaligen Zeit. Das Gas strömte in Scharen aus, als er über die Dächer flog um in die Richtung zu gelangen in der er den Schrei gehört hatte und kaum angekommen stockte ihm der Atem. "Was zum.." Eine Soldatin, etwa in seinem Alter, aus seiner Ausbildungslegion vielleicht sogar? Keine Ahnung, es war egal. Ein Titan, 7 Meter Klasse, breites Maul, dämliches Grinsen, Augen die den Tod hervorbrachten, hatte sie in der Hand und war kurz davor sie zu fressen, das Maul bereits weit geöffnet und sie bewegte sich keinen Millimeter, konnte es wohl nicht einmal, es war jedoch keine Angst. "Aufgegeben..." Aleksej biss die Zähne zusammen, als Wut in ihm aufstieg, nicht zu bändigende Wut, als er vom Vorsprung des Daches absprang und sein Enterhaken direkt im rechten Auge des Titanen sein Ziel fand, er zog sich heran, drehte sich um ihn herum und schlug ihm das riesige Stück Fleisch aus dem Nacken, das ihm das Ende bringen sollte, doch es war noch nicht vorbei, es waren noch mehr auf dem Weg hier her, der Schrei hatte nicht nur ihn angelockt, auch die Feinde. Aleksej ließ sich fallen, nutzte noch mehr Gas um Fahrt zu gewinnen und fing das Mädchen im freien Fall auf, drehte sich kurz vorm Aufprall auf dem Boden und ließ sich mit ihr zusammen durch ein Fenster in das nächste Haus katapultieren, wo er direkt gegen einen Schrank stieß, der Rücken schmerzte als hätte man ihm ein Feuer darin entfacht, er hatte das Mädchen sicher in den Armen, rührte sich jedoch erst einmal nicht, sprach nur leise. "Baka...was sollte das...du bist eine Soldatin und hängst da herum..argh" Er stockte kurz, spürte ein Stechen durch den Rücken ziehen, einige Sekunden vergingen, als er sich schwerfällig aufrichtete und sie schüttelte. "Du wärst gestorben verdammt!" In seinen Augen kein Hass, keine Angst, nur Verachtung, Verachtung gegenüber ihrer Einstellung, Verachtung gegenüber den Titanen, der Situation, dem Ende welchem sie nahe gewesen wäre, dann jedoch zuckte er zusammen, ging erneut in die Knie, senkte den Kopf, die Haare fielen ihm vor die Augen, als er erkannte was da gerade passiert war. "Die...selbe...Situation wie damals..." Die selbe Klasse...das selbe Gesicht...die selbe Handbewegung...es war gewesen wie damals..als seine Schwester gestorben war, nur dieses Mal, hatte er gewonnen, hatte er den Sieg davongetragen und jemanden gerettet....der Titan war tot!
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Gast


BeitragThema: Re: World in a cage   Mi Mai 21, 2014 10:35 pm

Waren da Schreie der Bewohner? Oder waren es diese triumphierende Töne der Titanen? Etwa von jenem, der sich vor ihr befand? Ein fester Griff, aus dem es kein Entkommen galt, obwohl er mit seinem Daumen und Mittelfinger nur ihre Schultern festhielt. Langsam hob das Mädchen ihr Kopf, blickte in die großen Augen, die viel zu großen Augen, mit einem Angst einflößendem Blick. Erneut zuckten ihre Fingerspitzen, die dazu bereit wären sie aus dieser Lage zu befreien. Doch der Wille ließ sie unfähig erscheinen. Die langen Haare des Mädchens hingen vorn über, wehten ihr ins Gesicht und versperrten ihr die Sicht. Umso besser. Nur ein Schlucken ging von Saori aus, während der Titan sie über sein breites Maul hob, nachdem er seinen Kopf in den Nacken gelegt hatte. So würde es wohl schneller gehen. Zittrig atmete das willenlose Mädchen durch ihre Nase ein, während sich ihre Lider schlossen. Als wenn es ihr so die Situation vereinfachen würde. Wenn es denn dazu gekommen wäre.....

"Eh..?" Kaum öffnete sie langsam ihre Augen, meinte sie einen Schlag zu hören, ehe sie auch schon in die Tiefe zu fallen drohte. Hatte sich ihnen etwa jemand genähert? Jemand von der Legion? Vielleicht sogar am höheren Posten stehend? "Va-Vater?" , eher stumm wich ihr die Frage über die Lippen, während ihr erneut die Lider zufielen. Sie konnte nichts dagegen tun. Sie konnte nicht ihren Körper kontrollieren, ihr gelang es noch nicht einmal ihre Ausrüstung zu nutzen. Nichts schien ihr zu gehorchen. Somit blieb der harte Aufprall - zu ihrer Überraschung - aus. Oder hatten sie bereits den Boden erreicht und spürte einfach nichts mehr? Nein, es schien als wenn sie jemand oder etwas aufgefangen hätte. Vielleicht ein weiterer Titan? Die Größe widersprach sich. Da war ein Unterschied zu spüren. Ein Unterschied zwischen der Hand dieses Riesen und dem etwas, was sie aufgefangen hatte. Erst als sie anscheinend das Klirren von Glas und einen Aufprall wahrnahm, öffnete sie ihre Augen und fand sich zum Teil auf dem Boden eines Zimmers und in den Armen einer Gestalt wieder.

Eine Gestalt, die kein Titan sondern ein Mensch war. Verschwommen erkannte sie Farben, jemand aus der Legion? Was zum?! Erschrocken zuckte sie zusammen. Die Tränen hatten nachgelassen, die Leere in ihrem Blick schien nun vom Unglauben und Ärgernis übernommen zu werden. "Nein...", stieß sie atemlos und ihrem Retter entgegen, dem sie eigentlich eine gewisse Dankbarkeit entgegen bringen sollte? Doch daran dachte das Mädchen keinen Moment lang. Sie hatte nicht darum gebeten! Sie wollte nicht gerettet werden! Sie hätte sich selbst retten können! "Nein! Nein!", wiederholte sie sich, sodass man in dem Moment davon ausgehen könnte, dass sie den Verstand verloren hätte und dem Wahnsinn nahe war. Der Wahnsinn, der sich in der Realität abspielte, außerhalb dieses Gebäudes. Nur am Rande schien sie seine Worte zu realisieren. Wie nannte er sie da? Baka? ....Baka?! Was bildete sich dieser Kerl überhaupt ein?! Verärgert blinzelte sie aufkommenden Tränen weg und funkelte ihren - unerwünschten - Retter nur wütend an, ehe sie versuchte sich von ihm zu lösen. "Wie kannst du es wagen?!", zischte sie ihm entgegen und es stand im Raum, ob sie die Tatsache meinte, dass er sie gerettet oder Baka genannt hatte. Für sie war ersteres von Bedeutung. "Ich hätte es auch alleine geschafft!", warf sie ihm entgegen und in ihrer Stimme war nicht auch nur einen Funken von Dank zu erkennen. Stattdessen wurde ihre Stimme von Verachtung und Missverstand eingenommen.

Sie verstand nicht, dass er sie aus den Klauen befreit hatte. Sie verstand nicht, dass er sie gerettet hatte. Hatte er Tomaten auf den Augen?! War ihm die Aktion zu Kopf gestiegen? Sie wollte nicht mehr! Sie wollte es nicht mehr erleben und wollte keine Schmerzen mehr spüren - und damit waren nicht jene gemeint, die sich immer noch in ihrem Rücken bemerkbar machten. "Das war auch mein Ziel!", erwiderte sie wütend auf seine trockene Bemerkung. Sie wollte sterben. Wollte sich erlösen lassen, ihrer Mutter folgend. Auch wenn sie dieses Opfer niemals für gut geheißen hätte. Sie wäre beschämt. Traurig. Wütend. Als wenn ihr dies erst jetzt wieder in den Sinn gekommen wäre, zuckte ihr ganzer Leib zusammen und Saori blickte wie vom Blitz getroffen auf den Boden. Starrte wohl eher auf diesen.
Erst später hob sie ihr Haupt und blickte ihren Gegenüber an, zuckte erneut zusammen, als sie die Verachtung in seinen Augen sehen und auch spüren konnte. Beschämt senkte sie erneut ihr Haupt und flüsterte nur so etwas wie warum wiederholend vor sich her. Warum er nicht auch nur ein paar Sekunden früher aufgetaucht wäre. Warum ihr Vater nicht aufgetaucht war. Warum sie nicht fähig war, ihre Mutter zu schützen und sich selbst das Leben zu retten. Sie konnte sich noch nicht einmal rächen! Sie meinte wahrgenommen zu haben, wie etwas schweres zu fallen drohte. Wohl der Titan aus dessen Klauen er sie gerettet hatte. "Baka...", wiederholte sie ihn, als wenn die Beleidigung sie wieder ins wirkliche Geschehen zurück bringen würde, als wenn sie dadurch realisieren würde, wie jemand ihr Leben gerettet hatte, sich ihretwegen in Gefahr begeben hatte. Als wenn sich der Schmerz wenigstens für einen Moment dadurch überspielen ließe.

Das Beben ließ nicht nach, das Rütteln im Haus gab nicht nach, hier und da fiel etwas aus den Schränken und zerbrach auf dem Boden. Ihr Blick blieb auf das Gesicht des jungen Mannes gerichtet, dessen Worte sich hallend in ihrem Kopf abspielten. Sie hatte nicht aufgeben wollen. Sie wollte ihr Leben nicht einfach so achtlos wegschmeißen. Nicht jenes, welches man nicht nur zum ersten Mal beschützt hatte. Er sollte nun nicht auch noch ihretwegen....gefressen werden, nein! Nicht noch einmal würde sie dies zulassen und unfähig am Rande verharren! Anscheinend hatte sie neuen Mut gefasst, wollte sich bei dem Unbekannten entschuldigen und gleichzeitig bedanken. Doch etwas stimmte nicht mit ihm. Sein Haupt war nach vorne geneigt, sein Blick erreichte sie nicht, den sie noch nicht einmal erkennen würde, wenn er es täte, denn seine Haare waren im Weg. "Hey...", versuchte ihre zaghafte Stimme ihn zu erreichen, während sie gleichzeitig den Arm nach ihm ausstreckte, um mit ihren Fingern sein Haar zur Seite streichen zu können. "Komm schon! Steh auf!" Was? Ein Rollentausch? Als wenn sie es nun wäre, die ihn motivieren müsste.  
Langsam richtete sie sich weiter auf, streckte ihren anderen Arm an den Jungen vorbei zur Wand aus, bis ihre Handfläche die kühle Stütze erreichte. Zitternd versuchte sie sich hochzuziehen, sich aufzurichten und ihre Beine durchzustrecken. Dabei zog sie auch ihre andere Hand von dem Jungen zurück, nur um sie ihm im nächsten Moment entgegen zu reichen. Eine angebotene Geste, damit er aufstehen konnte. Vorstellungen und Dankesreden schienen ihr jetzt Fehl am Platz zu sein. Doch für Vorwürfe war es nie zu spät, wie man selbst bemerkt hatte.


Zuletzt von Saori Corn am Mo Mai 26, 2014 3:46 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Gast


BeitragThema: Re: World in a cage   Sa Mai 24, 2014 9:13 am

"Aleksej was ist mit Papa, wir müssen Papa doch helfen, wieso rennen wir weg PAPA IST IN GEFAHR!!" Aleksej rannte wie besessen, seine kleine Schwester an seiner Hand hinter sich her schleifend. Die beiden waren vollkommen durchnässt, nachdem sie durch den Fluss geflüchtet waren. Er hätte nicht helfen können, nicht mehr. Mama und sein kleiner Bruder waren gefressen worden, vor ihren Augen...und kurz bevor er ins Wasser geworfen wurde, kurz nach seiner Schwester Sara, hatte er gesehen wie sein Vater von dem Titanen zerrissen worden war...sie waren nun ganz alleine..doch es würde schlimmer kommen. Sie blieben stehen, Angst durchfuhr die beiden Kindern, besonders Aleksej dem nun die Tränen in den Augen standen. So hatte er sich die Abenteuer nicht vorgestellt. Er hatte Soldat werden wollen. "Ich wollte doch...mutig sein...wie Papa...ich...wollte doch..." Ein lauter Knall ertönte als der Titan los schrie, es war als würde die Luft zerrissen und plötzlich spürte der kleine Junge wie seine Schwester aus seinen Armen gerissen wurde, ein zweiter Titan? NEIN! Aleksej drehte sich um NEIN NICHT!" Sein Schrie ging unter, seine Schwester schrie nach Hilfe sah Aleksej an, ihm direkt in die Augen...

Aleksej sprang auf und griff sich ans Herz als er direkt vor sich sah, direkt durchs Fenster, überall Titanen. Diese Gedanken, diese Erinnerungen. Er versuchte immer und immer wieder sie zu verdrängen und doch klappte es nicht. Er hatte jedes Wort des Mädchens gehört und begann nun, auch wenn es die Situation nicht wirklich verbesserte oder auch nur ansatzweise zu ihr passte, zu lachen. "Du hättest es auch alleine geschafft? hehehe" Es war kein bösartiges Lachen, merkwürdigerweise, eher klang es verständnisvoll...wie kam das nur, gerade bei Aleksej. "Sie ist ihr so Ähnlich..." Dachte er sich und stand auf, nachdem er wohl einige Minuten dort gesessen hatte, vollkommen starr, wieder verfallend in Gedanken die nicht an diesen Ort gehörten, die der Vergangenheit angehörten die der Soldat so hasste und gleichsam auch wieder finden wollte, nicht einmal ein Grab gab es welches als Erinnerung diente, nicht einmal Bilder, nicht einmal ein Lachen. Er sah ihr direkt in die Augen, als hätte sie ihn gerade aus einem Höllenschlaf gerissen und aus dem sicheren Tode gezogen. Sie war hübsch und sicherlich nicht älter als er. Sie war wohl noch neu und das bedeutete, ihre Erfahrung im Kampf gegen Titanen ging ebenfalls wie bei Aleksej gleich gen 0, wenn Aleksej auch in den letzten Minuten ein paar auf dem Zähler angesammelt hatte.

Der Soldat ließ sich wieder auf den Hintern fallen als er aus dem Fenster hinaus sah. "Mist..." Sagte er und schnaubte unbekümmert. Er sah sich um. Keine Lebensmittel, keine zusätzlichen Waffen. Sein Gas war lediglich noch ein Viertel gefüllt und Klingen hatte er noch genau 3 Stück. Draußen überall Titanen und sie waren nur zu zweit, ausgebildete Soldaten, aber keinerlei wahre Kampferfahrung. Und so wollte er zum Aufklärungstrupp gehen? Wie wenn er heute und hier an diesem Ort sterben würde? Was hätte Annie wohl hier getan? Starr dem Titanen entgegen geschaut und ein gefährliches Lächeln aufgesetzt und sie platt gemacht, bestimmt. Aleksej versuchte aufzustehen und bemerkte das er direkt unter dem Mädchen saß und sah nach oben zu ihr, schloss ein Auge um etwas zu sehen, die Sonne schien direkt auf sie herab und....Moment mal. Aleksej sprang auf und stand plötzlich so das Saori ihm direkt an der Brust liegen musste, da er sie direkt an sich zog, andererseits wäre sie wohl gefallen mit Sicherheit. "Da Oben ist ein Loch in der Decke, mit genügend Antrieb könnte ich uns dadurch katapultieren...doch ich weiß nicht wie weit wir kommen, mein Gas ist beinah verbracht...was ist mit deinem?" Er bemerkte jetzt erst wie er hier stand und nahm etwas Abstand, wurde rot im Gesicht. "Sorry..." Kleinlaut, das passte so gar nicht zu ihm. Aleksej hoffte das das Gerede des Mädchens stimmte. Würde sie erneut einen solchen Angstschock erleiden, würde nichts tun, wäre sie weiterhin vom Tode besessen als vom Leben, würde es schwierig werden Leben hier raus zu kommen, doch er konnte sie nicht sterben lassen...nicht sie...er wusste nicht warum aber er hatte das Gefühl diese Person würde ihm wichtig werden, war ihm jetzt schon wichtig, es war als hätte ihm jemand ein Glühen ins Herz gelegt, welches allein für sie war, ein kleiner Funke Hoffnung, der auf ihrem Gesicht, ihrem Duft, ihrem Herzen und ihrem Willen aufbauen würde. Aleksej war sicher, sie musste leben!
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Gast


BeitragThema: Re: World in a cage   Di Mai 27, 2014 11:49 pm

Saori zuckte leicht zusammen, als der Junge sich plötzlich ans Herz griff und blickte besorgt drein. Wurde er getroffen? Hatte er Schmerzen? Ehe sie ihre Fragen aussprechen konnte, begann er zu lachen und nahm ihr somit einen Teil ihrer Sorge, sodass sie ein erleichtertes Ausatmen nicht vermeiden konnte. Den Drang ein Schmunzeln ihrerseits erscheinen zu lassen, wurde schneller durch seine Worte zu Nichte gemacht, als sie es geahnt hatte. Den Mund geöffnet, wich dennoch kein Wort nach außen. Stattdessen fragte sie sich, ob er sich wirklich über sie lustig machen würde oder...natürlich! Was sollte es denn sonst sein? Obwohl...da war etwas, etwas was sie vielleicht in dem Moment nicht so ganz zu zuordnen wusste, jedoch hatte sie das Gefühl, dass er es nicht wirklich böse meinte. Sie hätte es nicht alleine geschafft. Dessen war sie sich selbst bewusst. Zu sehr war sie vom Schmerz betäubt und zu fraglich war die Motivation zum Kämpfen. "J-ja...hätte ich!", wiederholte sie sich und klang dabei dieses Mal nicht mehr so sicher,"Ich...hätte nur einen Moment gebraucht." Spätestens dann sollte klar sein, dass sie dankbar für seine Hilfe war, denn "nur dieser eine Moment" wäre zu spät gewesen."Trotzdem...danke..", da siegte die Vernunft und die gute Erziehung doch am Schluss, obwohl sie vorher nicht viel von dieser Seite gezeigt hatte.
So wirklich blickte sie bei ihm nicht ganz durch. Im einen Moment war er so und im nächsten zeigte er sich schon wieder anders. Er schwieg und sie hatte das Gefühl, dass er sie mit seinem Blick gefangen nahm. Dies löste keine angenehmen Gefühle in ihr aus. Dennoch errötete sie. Was in der Situation natürlich sehr unpassend war aber sie konnte nichts dafür. Dies war schon immer eine natürliche Reaktion von ihr gewesen und so gerne sie diese auch abelegen wollte, es gelang ihr einfach nicht. "W-was siehst du mich denn so an?", fragte sie schließlich. Vielleicht bildete sie es sich auch nur ein und er blickte durch sie hindurch? Entwickelte eine Strategie, die er ihr mitgeteilt hätte?

Schweigend blickte Saori dem Fremden nach, als er sich dem Fenster näherte - während sie es miet, einen Blick aus diesem zu werfen. Stattdessen blickte sie sich nach einem Fluchtweg um, denn aus dem gleichen Fenster zu fliehen, dessen Scheiben vorhin zerbrochen wurden, wäre keine gute Idee. Dies wäre für die Titanen wohl zu offensichtlich. Wenn sie sich so etwas überhaupt denken könnten. Konnten sie das? Manchmal war sie sich da nicht so sicher aber sie wollte natürlich auch nichts riskieren, ansonsten würde....ansonsten wäre.... Sie kniff ihre Augen zusammen und senkte ihren Kopf etwas, sodass ihr die Haare ins Gesicht fielen. Wieder wurde sie von dem Bild eingeholt, welches nicht all zu alt war. Gerade mal ein paar Minuten. "Wir müssen einen Ausweg finden.", murmelte sie vor sich her und dabei war sie sich nicht sicher, welchen Ausweg sie meinte. Einen Ausweg aus dieser Hölle, aus diesem Gebäude oder aus ihren Gedanken. Aus dem Schmerz, welcher sich in ihrer Brustgegend verbreitete und schadenfroh umher stocherte. Vielleicht war es das, was gerade mit ihm nicht stimmte? Wurde er auch von einer Erinnerung eingeholt? Von dem Schmerz? Eines musste man der jungen Dame doch lassen, sie war perfekt darin, sich aus der momentanen Situation zu flüchten. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, wie sie weiter vorgehen sollte, befasste sie sich mit anderen Fragen, die hier nichts zu suchen hatten. War es nicht sie gerade, die ihn dazu aufgefordert hatte weiter zu machen? Und nun stand sie hier rum, starrte Löcher in die Luft und hing ihren Gedanken nach.

Immerhin schien er seinen Überlebungswillen nicht verloren zu haben. Gerade sie wüsste nicht, wie sie ihn hätte überzeugen können. So wie sie mit sich selbst kämpfte und versuchte im Hier und Jetzt zu bleiben - auch wenn sie lieber flüchten wollte. Dabei konnte man das Flüchten auf alles beziehen. Allerdings würde es auch heißen, dass sie aufgeben müsste. Erneut. So wie sie es vorhin bei dem Titanen getan hatte, ehe sie gerettet wurde. Als er plötzlich aufsprang, erschrak sie erneut, wusste nicht was er vorhatte und wurde im nächsten Moment an ihn gezogen. Ihren Kopf zu Seite geneigt, blickte sie mit einem fragenden Blick zu ihm, ließ die Wange an seiner Brust gedrückt und folgte seiner Andeutung mit ihrem Blick. Unsicher verzog sie ihre Lippen etwas, kräuselte sie, ehe sie ihre Ausrüstung musterte. Sie war sich nicht sicher, wie lange ihr Gasvorrat reichen würde. Sie war so mit der Flucht beschäftigt, dass sie darüber den Überblick verloren hatte. Noch eine Lage, die ihr unangenehm war und nur zu gut wusste sie, auf wessen Unverständnis sie sofort treffen würde. Von einer Person, von der sie schon so vieles gehört hatte und sich immer wieder vorgestellt hatte, wie es wäre dieser Person gegenüber zu stehen. Aufrecht. Stolz. Nicht so...wie jetzt. Ehe sie sich wieder in dem Netz ihrer Gedanken verfing, schüttelte sie leicht ihren Kopf hin und her und blickte aus dem Augenwinkel zu dem Jungen. "Ich bin mir nicht sicher aber es dürfte reichen, um dort durch zu kommen. Also überlass es lieber mir. Sollte etwas schief gehen, hast du noch eine andere Möglichkeit." Sie wartete nicht erst eine Reaktion von ihm, ging einfach davon aus, dass er sich dem nicht widersetzen würde. Nur damit man sie nicht falsch verstand: sie wollte keine Heldin spielen. "Also..", sagte sie und hob ihre Arme etwas, winkelte sie leicht an und deutete somit gleichzeitig, dass ihr die vorherige Haltung nichts ausgemacht hatte, dass es keinen Grund gab, sich zu entschuldigen. Immer noch darauf wartend, dass er sich an ihr festhielt, hielt sie sich bereit und schien sich gleichzeitig einen Überblick für einen nötigen Angriff verschaffen zu wollen. Was ihr unter diesen Umständen schwer fiel. "Auf jeden Fall, sollten wir uns auf einen Angriff bereit machen. Also kannst du für den Moment unsere Verteidigung übernehmen, während ich versuche, uns etwas weiter von hier weg zu bringen."
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